Tapinoma magnum jetzt auch in Nürnberg und Umgebung angekommen

Die invasive Ameisenart Tapinoma magnum hat Nürnberg erreicht. Nach Information aus dem Umweltamt der Stadt Nürnberg, die die CSU-Stadtratsfraktion in einem Antrag vom 13.07.2026 wiedergibt, ist die Große Drüsenameise im Stadtteil Hasenbuck und im neuen Quartier Lichtenreuth nachgewiesen. Dort unterhöhlt sie Pflaster, Terrassen und Treppen, dringt in Wohnhäuser ein und gefährdet Schaltschränke. Die Binker Materialschutz GmbH unter der Leitung von Dr. Gerhard Binker bekämpft die Art bereits in einer Nürnberger Wohnanlage und berichtet hier aus der Praxis.

Tapinoma magnum erkennen: Merkmale des Tapinoma-nigerrimum-Komplexes

Der Tapinoma-nigerrimum-Komplex umfasst 5 äußerlich fast identische Arten aus dem Mittelmeerraum: Tapinoma magnum, Tapinoma nigerrimum, Tapinoma ibericum, Tapinoma darioi und Tapinoma hispanicum. Die Arbeiterinnen sind einheitlich mattschwarz und treten in einer Kolonie gleichzeitig in deutlich unterschiedlichen Größen von 2,5 bis 5 mm auf. Sie bilden breite, mehrspurige Ameisenstraßen und reagieren bei Störung aggressiv und in großer Zahl. Bei Bedrängnis oder Zerdrücken verströmen sie einen Geruch nach Aceton oder ranziger Zitrone. Das Umweltbundesamt nennt als weitere Hinweise Sandauswurf an den Nesteingängen und Nester bis etwa 1 m tief unter Pflastersteinen, Gehwegplatten, an Fundamenten und in Pflanzkübeln.

Im Feld lassen sich die Arten des Komplexes nicht sicher unterscheiden. Dafür braucht es eine genetische oder morphometrische Analyse im Fachlabor. Die Binker Materialschutz GmbH bestimmt eingesandte Ameisen mikroskopisch, Einzelheiten dazu unter Ameisen erkennen und bestimmen lassen. Erst mit der Laborbestimmung lässt sich das Bekämpfungskonzept auf die Art abstimmen.

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Die Lage in Nürnberg: Hasenbuck und Lichtenreuth

Hasenbuck liegt im Nürnberger Süden, im statistischen Bezirk 40 der Südlichen Außenstadt, zwischen Rangierbahnhof, Katzwanger Straße, Frankenstraße und Tiroler Straße. Namensgeber ist der 342,7 m hohe Hügel, ein Inselberg aus Burgsandstein. Im Sommer 2026 entwickelte sich dort ein massiver Befall, über den die Nürnberger Nachrichten am 23.07.2026 berichteten. Betroffene aus weiteren Stadtteilen meldeten sich daraufhin ebenfalls.

Lichtenreuth entsteht als neues Stadtquartier auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofs Nürnberg Süd. Auf 90 ha sollen Wohnen, Arbeiten, Wissenschaft und Grünflächen Platz finden, 37 ha davon für den Campus der Technischen Universität Nürnberg. Nach dem Antrag der CSU-Stadtratsfraktion wurde Tapinoma magnum dort 2025 erstmals nachgewiesen. Große Baustellen in einem Befallsgebiet sind heikel: Mit dem Bodenaushub reisen Arbeiterinnen, Königinnen und Brut mit und gründen am Ablagerungsort neue Kolonien.

Zuständig für die Bekämpfung sind in Nürnberg die jeweiligen Grundstückseigentümer, die Stadt kümmert sich um ihre eigenen Flächen. Grund ist der rechtliche Status: Tapinoma magnum steht nicht auf der EU-Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung, weil die Art in einigen EU-Ländern heimisch ist. Das Bundesamt für Naturschutz führt sie als potenziell invasive Art auf der nationalen Beobachtungsliste. Eine gesetzliche Meldepflicht gibt es nicht, das Umweltbundesamt empfiehlt aber, jeden Verdacht umgehend der Gemeinde oder dem Ordnungsamt zu melden. Die CSU-Stadtratsfraktion fordert eine gemeinsame, grundstücksübergreifende Bekämpfung und hat am 07.08.2026 ein städtisches Monitoring invasiver Tierarten beantragt. Beide Anträge sind noch offen.

Auch in der Umgebung breitet sich die Art aus. Der Bayerische Rundfunk berichtete am 08.07.2026 über Hösbach und Aschaffenburg, wo Tapinoma magnum aus Hessen nach Nordbayern eingewandert ist und Wege, Gräber und Stromkästen beschädigt. Der Ameisenexperte Melvin Opolka von der Universität Bayreuth rechnet mit einer Verbreitung über weite Teile Bayerns, mit Ausnahme des kühleren Alpenraums.

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So läuft eine Bekämpfung in Nürnberg ab: Erfahrungen aus der Praxis

In einer Nürnberger Wohnanlage mit mehreren Gebäuden bekämpft die Binker Materialschutz GmbH seit mehreren Wochen einen starken Befall. Nachdem das Labor die eingesandten Ameisen als Art aus dem Tapinoma-nigerrimum-Komplex bestimmt hatte, wurde das Konzept angepasst und die Maßnahmen deutlich ausgeweitet.

Im Außenbereich erfolgten großflächige Behandlungen im Streu- und Gießverfahren mit für die Ameisenbekämpfung zugelassenen Biozidprodukten, vor allem an Laufwegen, Nest- und Rückzugsbereichen mit hoher Aktivität. In den Wohnungen kam überwiegend das Gelköderverfahren zum Einsatz, je nach Situation ergänzt durch gezielte Behandlungen im Spritzverfahren.

Die Wirkung ist deutlich: Die zuvor teils massive Aktivität im Außenbereich ist erheblich zurückgegangen, aus einem Großteil der betroffenen Wohnungen werden keine oder nur noch vereinzelte Ameisen gemeldet. Die Bewohner können Wohnungen und Außenanlagen wieder weitgehend normal nutzen. Vereinzelt bleibt Aktivität in privat genutzten Gartenbereichen, die in den weiteren Kontrollen berücksichtigt werden.

Abgeschlossen ist die Bekämpfung damit nicht. Eine geringere sichtbare Aktivität bedeutet keine Beseitigung der Population. Ameisen aus dem Tapinoma-nigerrimum-Komplex bilden große, miteinander verbundene Neststrukturen, Einzelmaßnahmen reichen deshalb in der Regel nicht aus. Nötig ist ein flächiges, koordiniertes und langfristiges Vorgehen, das den Befallsdruck niedrig hält und verbliebene Aktivitätsbereiche aufspürt.

Eine besondere Rolle spielt ein angrenzendes Baustellengelände von rund 50 ha, auf dem ebenfalls ein erheblicher Befall besteht. Eine Probe von dort liegt im Labor. Bestätigt sich dieselbe Art, wandern Ameisen fortlaufend aus dem Nachbargelände in bereits behandelte Flächen ein. Die Behandlung der Wohnanlage allein senkt dann zwar den Befallsdruck, verhindert eine Wiederbesiedlung von außen aber nicht. Nur eine koordinierte Behandlung beider Flächen schafft die Voraussetzung für einen dauerhaften Erfolg.

Kein Winterschlaf: Tapinoma magnum in Dämmung und Stromkästen

Im Gegensatz zu heimischen Ameisenarten hält Tapinoma magnum keine echte Winterruhe (Diapause). Das Umweltbundesamt gibt an, dass die Art noch bei etwa 3 °C aktiv ist und bei Kälte in Gebäude einwandert. Sobald es draußen friert, zieht in der Regel die gesamte Kolonie mit Eiern, Larven, Puppen und Königinnen in warme Bereiche um, bevorzugt in die Gebäudedämmung aus EPS oder XPS. Das Styropor wird nicht gefressen, sondern für Nestkammern und Laufgänge ausgeräumt. Die Folgen sind Hohlräume, Wärmebrücken und eine geschwächte Dämmwirkung. Holzbauteile und Betonfertigteile dienen nicht als Winterquartier.

Weil die Temperatur in der Dämmung nicht unter den Gefrierpunkt fällt, stellen die Königinnen die Eiablage oft nicht ein. Das Volk kann im Winter sogar weiterwachsen. Ein zweiter bevorzugter Rückzugsort sind Stromverteilerkästen. Dort entstehen Schäden an Leitungen bis hin zu Kurzschlüssen, Störungen von Strom- und Internetversorgung sind nach Angaben des Umweltbundesamts dokumentiert.

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Bekämpfungsmethoden: Was wirkt und wovon Dr. Binker abrät

Wegen der Größe der Kolonien ist eine vollständige Beseitigung im öffentlichen und privaten Raum extrem schwierig. Das Umweltbundesamt hält eine etablierte Superkolonie, die mehrere Quadratkilometer besiedeln kann, für kaum noch tilgbar und rät zu frühem, konsequentem Eindämmen. In der Praxis kommen 3 Verfahren infrage:

  • Heißwasser oder Heißdampf: Kommunen wie Hösbach setzen Geräte mit bis zu 120 °C heißem Wasser ein. Dr. Gerhard Binker rät dringend von dieser Methode ab: Sie tötet alle anderen Insekten-Arten, erreicht die Tiefe des Nestes oft nicht und schädigt Gehwege durch Unterspülung genauso wie die Ameisen selbst.
  • Spezialisierte Ködergele und Spezial-Insektizide: Das Verfahren der Binker Materialschutz GmbH im Profi-Einsatz, außen im Streu- und Gießverfahren, innen als Gelköder. Chemische Behandlungen gehören ausschließlich in die Hände sachkundiger Schädlingsbekämpfer, das empfiehlt auch das Umweltbundesamt.
  • Bodenfrostung mit tiefkaltem Stickstoff: Flüssiger Stickstoff mit etwa -196 °C wird über Lanzen in die Nestbereiche injiziert und durchfriert Boden, Laufgänge und Nestkammern ohne Insektizidrückstände. Der Behandlungserfolg hängt davon ab, dass alle relevanten Teilnester von der Kältefront erfasst werden.

Dr. Gerhard Binker: „Die Heißwasser-Methode tötet alle anderen Insekten-Arten und reicht oftmals nicht bis in die Tiefe des Nestes. Chemische Behandlungen sollten ausschließlich auf Grund meiner Sachkunde und nur durch meine professionelle Schädlingsbekämpfung erfolgen.“

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Verschleppung vermeiden: Bodenaushub, Pflanzenkauf und Meldung

Die Einschleppung nach Deutschland erfolgt nach Angaben des Umweltbundesamts fast ausschließlich über Pflanzen und Erde, vor allem über mediterrane Großgehölze wie Oliven- und Feigenbäume oder Palmen aus Gärtnereien und Gartencentern. Vor dem Kauf und Einpflanzen solcher Pflanzen lohnt ein Blick auf Wurzelballen und Topferde.

Bei Neubauten in Befallsgebieten gilt: Erde aus befallenem Boden darf nicht unkontrolliert auf eine Deponie oder Bodenannahmestelle verbracht werden, weil sich die Ameisen am Ablagerungsort weiterverbreiten. Vor Aushub und Abtransport sollten Befall geprüft, Behörden und Fachleute eingebunden und die Erdströme dokumentiert werden.

Ein natürlicher Gegenspieler ist die heimische Schwarze Wegameise (Lasius niger). Sie verteidigt ihr Revier wirksam gegen Tapinoma magnum, auch wenn einzelne Revierkämpfe je nach Koloniegröße und örtlichen Bedingungen unterschiedlich ausgehen. Wer in Nürnberg oder Umgebung einen Verdacht hat, sollte ihn der Stadt oder dem Ordnungsamt melden und die Ameisen bestimmen lassen. Wie Sie einen Befall im Haus frühzeitig erkennen, lesen Sie unter Nürnberg: Ameisen im Haus.

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Ihr Experte für Ameisen-Bekämpfung:

Dr. Gerhard Binker

Binker Materialschutz GmbH
Westendstrasse 3
D – 91207 Lauf bei Nürnberg

Telefon: +49 (0) 9123 9982-0
E-Mail: verwaltung@binker.de

Baubiologe und Holzameisen-Experte Dr. Gerhard Binker

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Quellen (alle Links öffnen in einem neuen Fenster):

Bildnachweis: Alle Grafiken Binker Materialschutz GmbH.

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