Pharaoameisen erkennen & bekämpfen – Gefahr durch Hygieneschädlinge im Gebäude

Die Pharaoameise (Monomorium pharaonis) zählt zu den gefährlichsten Hygieneschädlingen in beheizten Gebäuden. Besonders gefürchtet ist sie wegen ihrer Fähigkeit, Krankheitserreger zu übertragen – etwa in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder Großküchen.

Wichtig: Mit Hausmitteln oder Sprays lässt sich ein Befall nicht nachhaltig eindämmen. Die Bekämpfung erfordert professionelle Methoden.


Herkunft und Lebensweise der Pharaoameise

Die Pharaoameise gehört zur Unterfamilie der Knotenameisen (Myrmicinae). Ursprünglich stammt sie aus Ostindien und wurde bereits im 19. Jahrhundert nach Europa eingeschleppt. Heute lebt sie fast ausschließlich in beheizten Gebäuden mit konstanter Temperatur – ideal sind 27 bis 30 °C.

Typische Befallsorte:

  • Krankenhäuser
  • Pflegeheime
  • Wohnheime und zentralbeheizte Wohnanlagen
  • Großküchen, Kantinen, Bäckereien, Hallenbäder

In Krankenhäusern wird die Art häufig über unsachgemäß entsorgtes Verbandsmaterial eingeschleppt. Ihre Aktivität beschränkt sich nicht auf Sommermonate – die Pharaoameise ist ganzjährig aktiv.

Bildbeschreibung 1: Pharaoameisen fressen OP-Reste auf, die unsachgemäß entsorgt wurden


Wie sieht die Pharaoameise aus?

Die Arbeiterinnen sind winzig – nur etwa 2 mm groß – und besitzen eine bernsteingelbe Farbe mit dunkler Hinterleibsspitze. Auffällig sind die beiden Höcker am Verbindungsstiel zwischen Brust und Hinterleib.

Unterschiede der Kasten:

  • Arbeiterinnen: ca. 2 mm, bernsteingelb, sehr klein
  • Männliche Drohnen: etwas größer, schwarz gefärbt
  • Königinnen: bis 5 mm lang, dunkler als Arbeiterinnen, vor der Befruchtung beflügelt

Bildbeschreibung 2: Pharaoameisen-Stadien: Eier, Puppen, Larven, Arbeiterinnen und geflügelte Adulte


Nistverhalten und Ausbreitung

Pharaoameisen bevorzugen die wärmsten Stellen im Gebäude. Ihre Nester befinden sich oft:

  • Im Mauerwerk oder in Fugen
  • Hinter Fliesen oder Wandverkleidungen
  • In fest verbauten Elektrogeräten (durch Wärmeabgabe)
  • In Versorgungsschächten

Ein einzelnes Nest kann mehrere Königinnen enthalten (polygyn) und Kolonien mit über 300.000 Individuen bilden. Bei Störung oder Überbevölkerung gründen die Tiere Tochterkolonien durch sogenannte Knospung (asexuelle Vermehrung). Dadurch verbreitet sich der Befall unkontrolliert im gesamten Gebäude.

Bildbeschreibung 3: Arbeiterinnen schleppen Nahrung ins Nest


Ernährung und gesundheitliche Risiken

Pharaoameisen sind omnivor, das heißt, sie fressen fast alles:

  • Zuckerhaltige Nahrung
  • Fettige und eiweißreiche Lebensmittel
  • Organische Abfälle, auch aus medizinischem Bereich

Durch ihre geringe Größe gelangen sie fast überall hin – selbst durch kleinste Ritzen.

Besonders problematisch:

  • Sie übertragen Krankheitserreger
  • Sie befallen sensible Bereiche wie OP-Säle oder medizinische Einrichtungen
  • Ihre Bekämpfung mit Sprays ist kontraproduktiv – das fördert die Ausbreitung

Bildbeschreibung 4: Arbeiterinnen bringen eine Puppe in Sicherheit


Warum die Bekämpfung nur durch Profis sinnvoll ist

Aufgrund ihres Vorkommens in hochsensiblen Bereichen (Krankenhäuser, Pflegeheime) gilt die Pharaoameise als relevanter Hygieneschädling.

Eine erfolgreiche Bekämpfung erfordert zwingend Sachkunde und gezielte Verfahren. Unkoordinierte Versuche mit Sprays oder Ködern verschärfen den Befall und führen zu unkontrollierter Ausbreitung innerhalb des Gebäudes.

Nur erfahrene Fachbetriebe mit entsprechender Qualifikation sollten bei bestätigtem Befall tätig werden.

Bildbeschreibung 5: Arbeiterinnen bringen die Brut nach Störung in Sicherheit


Ihr Experte für Ameisen-Bekämpfung:

Dr. Gerhard Binker

Binker Materialschutz GmbH
Westendstrasse 3
D – 91207 Lauf bei Nürnberg

Telefon: +49 (0) 9123 9982-0
E-Mail: verwaltung@binker.de

Baubiologe und Holzameisen-Experte Dr. Gerhard Binker

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