Die Ameisenart Crematogaster scutellaris, Olivier 1792, gehört zur Familie der Knotenameisen (Myrmicinae). Die deutsche Bezeichnung lautet Rotkopfameise oder Kippleibameise. Die Namensgebung „Knotenameise“ bezieht sich auf die zwei knotenförmigen Segmente am Stielchen – Petiolus und Postpetiolus.
Bildbeschreibung 1: Die holzzerstörende Ameise Crematogaster scutellaris, Vertreterin der Knotenameisen
Erkennungsmerkmale und Ernährung
Die Art ist auffällig gefärbt:
- Kopf: Rot
- Mesosoma (Brustbereich) und Gaster (Hinterleib): Schwarz
Die Tiere sind monogyn, das heißt, es gibt nur eine Königin pro Kolonie. Die Arbeiterinnen sind steril, Soldatenkaste fehlt.
Die Ernährung ist vielseitig:
- Trophobiotische Nutzung von Honigtau durch Pflege von Blattläusen
- Aufnahme von proteinreicher Nahrung
- Zuckerverwertung zur Energieversorgung
Typisch für die Art sind dichte Ameisenstraßen entlang von Hauskanten oder Mauern, die die intensive Futtersuche und den hohen Nahrungsbedarf anzeigen. Die Tiere setzen dabei chemische Spuren ein, um Artgenossen gezielt anzulocken.
Bildbeschreibung 2: Brutpflege bei Crematogaster scutellaris
Die Kolonieentwicklung erfolgt sehr schnell – einmal etabliert, können die Nester über Jahrzehnte bestehen bleiben.
Abwehrverhalten und Giftproduktion
Crematogaster scutellaris verfügt über einen Giftstachel. Bei Gefahr wird der Gaster hochgestreckt, und die Tiere geben ein Sekret aus der Dufour-Drüse ab. Dieses kann als Tropfen am Stachel sichtbar werden.
Das Abwehrsekret enthält:
- Langkettige konjugierte Dienone
- Furan-Derivate
- Trihydroxylcyclohexan-Verbindungen
Dieses Verhalten dient dem Schutz der Kolonie gegenüber Fressfeinden oder Störungen.
Bildbeschreibung 3: Crematogaster scutellaris verlässt ein Mauerriss-Nest
Nestbau und Vorkommen
Die Art baut sogenannte Kartonnester, auch als Papiernester bekannt, ähnlich den Neststrukturen von Wespen. Das Baumaterial besteht aus:
- Gekautem, zellulosehaltigem Holz
- Erdmaterial
Die Nester befinden sich bevorzugt:
- In Hohlräumen von Bäumen
- Unter loser Baumrinde
- In Totholz
- In Gebäuden, speziell im Gebälk oder verbauten Holz von Dachstühlen
Bildbeschreibung 4: Kartonnest von Crematogaster scutellaris aus Zellulose und Erde
Die Art stammt ursprünglich aus südeuropäischen Regionen und ist in Südtirol etabliert. Gelegentlich tritt sie auch in Deutschland auf, vor allem in klimatisch begünstigten Gebieten wie dem Rheinland oder den Niederlanden, abhängig von regionalen Erwärmungstendenzen.
Ihr Experte für Ameisen-Bekämpfung:
Dr. Gerhard Binker
Binker Materialschutz GmbH
Westendstrasse 3
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E-Mail: verwaltung@binker.de
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